Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Lade Veranstaltungen

Flaka Haliti

Spatial Negativity and Hijacks through Hybrid Materiality
8.–27. August 2022

Flaka Haliti, Wished to be camouflaged in some sunflower field
Flaka Haliti, Wished to be camouflaged in some sunflower field, 2021, Kunstverein Friedrichshafen, Foto: Kilian Blees, courtesy of the artist und Deborah Schamoni


Medien
Skulptur, Installation, Mixed Media

Teilnahme
Entweder Festung Hohensalzburg (vor Ort) oder online

Unterrichtssprache
Englisch

Mitzubringen sind
Laptop/Tablet mit Kamera und Mikrofon, Stifte, Pinsel oder anderes Arbeits-/Archivmaterial

Maximale Anzahl von Teilnehmenden
20

Teilnahmegebühr
€ 860,– (€ 620,–)

Hat hybrides Material als undefinierte Einheit genug Wirkungskraft, um gegen einen Raum, ein Publikum oder eine räumliche Begegnung in einer bestimmten Umgebung anzutreten? Und wenn ja, lässt es dann ohne Weiteres Raum für Gleichberechtigung und für Repräsentation in einem bestimmten historischen Kontext zu? Wir gehen dieser Frage nach und bedienen uns dazu verschiedener Medien – von Zeichnung, Malerei, Fotografie und digitaler Collage bis hin zu Skulptur und performativer Rauminstallation.

Aus dieser Perspektive versucht eine fortgesetzte Praxis queerer Methodik als interdisziplinäre räumliche Ausdrucksform, sämtliche Kategorie-Definitionen von Kunstformen zu überwinden. Dadurch schaffen wir genügend Freiraum für Interpretationen und für einen spekulativen „negativen Raum“, der etwas enthält, das (dann) anderen als neue ästhetische Erfahrung geboten werden kann.

Der Kurs legt Wert auf die Verschmelzung und regt die Studierenden dazu an, nicht nur ästhetisch, sondern auch konzeptionell zu arbeiten, indem sie verschiedene politische Strategien anwenden, die eher auf den räumlichen als auf den konditionalen Rahmen für die Konzeption einer Produktion abzielen. Darüber hinaus werden im Kurs durch Gruppenarbeit und Untersuchung Methoden der Neuanordnung, Aneignung, Collage und andere Mittel der visuellen Abstraktion kritisch und praktisch erkundet – als eine Möglichkeit, eine Sprache zu finden, die normativen räumlichen Anforderungen trotzt, und die Beziehung zwischen Objekt und Subjekt innerhalb bestehender Grenzen und Bedingungen in einem demokratischen Rahmen in Frage stellt.

Das „Dazwischen“ als „negativer Raum“ des Seins ermöglicht es, sich zu widersetzen und den eigenen Weg durch verschiedene räumliche und auferlegte Vorgaben zu finden – entweder, indem man auf diese reagiert oder indem man sich diesen verweigert. Ein solcher Ansatz ist eine Art Umgehung, bei der die bestehenden Formen der visuellen Produktion und des Wissens verschwimmen können und daher immer noch einer erneuten Artikulation und Transformation offenstehen.

In Einzel- und Gruppensitzungen untersuchen und besprechen wir die Bedeutung des Negativen als eine Methode des Widerstands gegen normative räumliche Vorgaben, welche sich mit dem Verhältnis zwischen Objekt und Subjekt, Bedürfnissen und Wünschen auseinandersetzen. Außerdem werden wir in einer diversen Gruppe von Teilnehmenden für diesen Prozess aktiv Zeit und Raum schaffen, sodass die gemeinsamen Wünsche und das gemeinsame Verständnis zunehmen, abnehmen oder sich verändern können. Dabei wenden wir Demokratie als grundlegendes Mittel der Bildung an.
Flaka Halitis künstlerische Praxis umfasst Mischtechniken, Bildhauerei und Rauminstallationen mit einem dezidiert ortsspezifischen Ansatz. Aneignung und Neuanordnung finden sich in all ihren Arbeiten wieder, wodurch neue ästhetische Muster entstehen. Haliti betont veränderte Wahrnehmungen auf visueller Ebene sowie konzeptionelle Methoden und setzt sich auf diese Weise mit politischen Reflexionen und geopolitischen Fragen auseinander. Vermittelt durch das Sinnliche und durch visuelle Felder werden territoriale Grenzen und Mächte, wie zum Beispiel nationale Grenzen oder die Bestimmungen von Zusammenschlüssen wie der UN oder der Europäischen Union verhandelt. Wichtig ist, dass ihre Arbeiten sich ständig mit der Sprache der Identitätskonstruktion auseinandersetzen, um deren Kategorisierungen von Geschlecht oder Nationalität zu durchbrechen, während sie den Umweg als Handlungsplan des Widerstands einführt. Indem Haliti Zwischenzustände in Anspruch nimmt, hinterfragt sie darüber hinaus humanistische Perspektiven und deren Autoritätsüberrepräsentation und Abstraktion. Dies geschieht nicht nur auf einer visuellen Ebene, sondern auch in einem konzeptionellen Ansatz durch politische Strategien. Ihre Praxis fungiert als ein Dialog zwischen den Begriffen der Abschaffung und der Aneignung. Ersterer lehnt den Standard und die Forderungen des Ordnungssystems ab, während zweiterer eine Anpassung daran vornimmt. Damit eröffnet sie ein Feld für Gegenpoetik als ein fortwährendes Dazwischen innerhalb eines dialektischen performativen Raums.

Einzelausstellungen
2021 Flaka Haliti, Kunstverein Friedrichshafen, Friedrichshafen (DE). WIND, Opernatelier, commissioned by Kunsthaus Bregenz and Bregenzer Festspiele, Bregenz (AT). Billboard Kunstinsel Lenbachplatz, commissioned by the Culture Department of the City of Munich, München (DE). 2020 Watchu expect me to do when I lose my cool, Deborah Schamoni, München (DE). 2018 Here – or Rather There, Is Over There, Kunsthaus Hamburg (DE); Kunsthalle Lingen (DE); Galeria Kombëtare e Arteve (Nationale Kunstgalerie), Tirana. 2016 My Gravity Slipped Away, S.A.L.T.S., Kunstverein Birsfelden, Basel (CH); 2015, Pavillion of Kosovo, 56th Venice Biennale, Venedig (IT). 2014, See a Face. Do You See A Face., mumok, Museum of Modern Art, Wien.

Gruppenausstellungen
2022 BREATHLESS, The Power Plant Contemporary Art Gallery, Toronto (CA). 2021 Endless Express, EUROPALIA International, Brüssel. What If a Journey..., Autostrada Biennale, Prizren, Kosovo. The Endless Frontier, Baltic Triennial, Contemporary Art Centre, Vilnius. 2020 HURRICANES AND OTHER CATASTROPHES. Museum Lenbachhaus, München. The clouds and the cloud, Museum für Gegenwartskunst Siegen, Siegen (DE). 2019 Shortlist exhibition of the Preis der Nationalgalerie 2019, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin. HERE AND NOW, Transcorporealities, Museum Ludwig, Köln (DE). 40,000, Triennale Kleinplastik Fellbach (DE). 2018, Busan Biennale, Busan (KR). Symptoms of Society I, Guangdong Museum of Art, Guangdong (CN); Zhejiang (CN). 2016 Political Populism, Kunsthalle Wien. 2015 HOW TO GATHER?, 6. Moskau Biennale, Moskau.

https://deborahschamoni.com
Flaka Haliti
Foto: Alexandra Bertels