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Flaka Haliti im Gespräch mit Metahaven

Crossing #9 - (The Wheel of Fortune)
15. August 2022 / 19–21 Uhr CEST

Credits:
(1) Alexandra Bertels


The Making of the Discourse Bar

Ein Gespräch zwischen der Künstlerin Flaka Haliti und dem Künstlerkollektiv Metahaven moderiert von Sophie Goltz

Flaka Haliti und Metahaven sprechen über ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von The Discourse Bar, einem sozialen Raum für Kunst. Von einer Erweiterung von Kategorien wie Kunst, Design und Architektur hin zu hybriden Formen der künstlerischen Auseinandersetzung haben sie jeweils ähnliche Vorstellungen – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Mit symbolischen Bildern wie militärischen Tarnmustern, die auf die Zeiten von Konflikten und unvorhergesehenen Gefahren abgestimmt sind, ist The Discourse Bar ein Raum für offene und unverstellte Begegnungen, in den ausgetauschte Geschichten wie Kaskaden einer unvollendeten Transformation fallen – mit anderen Worten, ein Raum, um über kollektive und verschränkte Lebensformen zu reflektieren.

Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Eintritt frei. Einen Live Stream finden Sie auf unserem YouTube Kanal: https://youtu.be/YudlhzsbE5E
Flaka Halitis künstlerische Praxis umfasst Mischtechniken, Bildhauerei und Rauminstallationen mit einem dezidiert ortsspezifischen Ansatz. Aneignung und Neuanordnung finden sich in all ihren Arbeiten wieder, wodurch neue ästhetische Muster entstehen. Haliti betont veränderte Wahrnehmungen auf visueller Ebene sowie konzeptionelle Methoden und setzt sich auf diese Weise mit politischen Reflexionen und geopolitischen Fragen auseinander. Vermittelt durch das Sinnliche und durch visuelle Felder werden territoriale Grenzen und Mächte, wie zum Beispiel nationale Grenzen oder die Bestimmungen von Zusammenschlüssen wie der UN oder der Europäischen Union verhandelt. Wichtig ist, dass ihre Arbeiten sich ständig mit der Sprache der Identitätskonstruktion auseinandersetzen, um deren Kategorisierungen von Geschlecht oder Nationalität zu durchbrechen, während sie den Umweg als Handlungsplan des Widerstands einführt. Indem Haliti Zwischenzustände in Anspruch nimmt, hinterfragt sie darüber hinaus humanistische Perspektiven und deren Autoritätsüberrepräsentation und Abstraktion. Dies geschieht nicht nur auf einer visuellen Ebene, sondern auch in einem konzeptionellen Ansatz durch politische Strategien. Ihre Praxis fungiert als ein Dialog zwischen den Begriffen der Abschaffung und der Aneignung. Ersterer lehnt den Standard und die Forderungen des Ordnungssystems ab, während zweiterer eine Anpassung daran vornimmt. Damit eröffnet sie ein Feld für Gegenpoetik als ein fortwährendes Dazwischen innerhalb eines dialektischen performativen Raums.

Die Arbeit von Metahaven besteht aus Filmemachen, Schreiben, Textilkunst und Design. Zu Metahavens Filmen gehören Chaos Theory (2021), Hometown (2018) und Information Skies (2016), nominiert für den Europäischen Filmpreis 2017. Ein bevorstehender Film ist Capture (2022). Metahaven hat an Gruppenausstellungen u. a. im Artists Space, New York, im Museum of Modern Art Warschau, auf der Gwangju Biennale, Gwangju, der Busan Biennale, Busan, der Sharjah Biennale, Sharjah, und im M HKA, Antwerpen, sowie an Einzelausstellungen u. a. im MoMA PS1, New York, Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco, Izolyatsia, Kiew, ICA London, e-flux, New York, und State of Concept Athen teilgenommen. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Sharjah Art Foundation, der National Gallery of Victoria, des MUHKA und des Stedelijk Museum Amsterdam. Zu den jüngsten Büchern gehört Digital Tarkovsky (2018).