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Wo stehen wir? – Kursprogramm der Internationalen Sommerakademie 2019

  • 7. Februar 2019

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Presseaussendung
Kursprogramm 22. Juli–31. August 2019

 

Kursprogramm der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg

 

Wo stehen wir?

 

Das Programm 2019 unter dem Motto „Wo stehen wir?“ ist vielfältig und einzigartig in seiner globalen Ausrichtung. So behandeln Ei Arakawa mit Sarah Chow Fragen der Magie im Feld der Installation und Performance. Paulina Olowskas Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Malerei ist die Alchemie. Michael Beutler widmet sich mit seinen Studierenden grundsätzlichen Fragen der Skulptur und Installation und Sammy Baloji und Lotte Arndt suchen nach versteckten (kolonialen) Geschichten in Sammlungen, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

„Wo stehen wir“ fragt nach einer prinzipiellen Bestandsaufnahme, die immer auch Gegenwart und Zukunft mit meint. Daher ist das erweiterte Motto in Anlehnung an Gauguins berühmtes Gemälde „Woher kommen wir? Wo stehen wir? Wohin gehen wir?“ Gauguin allerdings fragte, anstelle von „wo stehen wir?“ „was sind wir?“ – eine Frage, die ein allgemein gültiges und damit a-historisches Menschsein voraussetzte, das heute in vielerlei Hinsicht erodiert ist. „Wo stehen wir?“ fragt also nach einer politischen Positionierung und ganz besonders nach deren Widerhall in der Kunst, also nach einer (künstlerischen) Haltung.

 

18 Kurse, alle (bis auf zwei Ausnahmen) auf der Festung Hohensalzburg, widmen sich 2019 auf vielfältige Weise diesen Fragestellungen. Die Fragen thematisieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und damit die historische Anbindung unserer Gegenwart und Zukunft.

 

Alle drei Fragestellungen des Mottos betreffen alle Kurse und alle Teilnehmenden. Jede/r Kunstschaffende fragt sich, welche Wurzeln seine/ihre Kunst hat, wo er/sie mit seiner/ihrer Kunst heute im Vergleich zu anderen Kunstschaffenden, aber auch vis-a-vis der politischen Situation steht. Und alle kommen zur Sommerakademie, um über die Zukunft der eigenen Produktion nachzudenken, neue Wege auszuprobieren und zu beschreiten.

 

Woher kommen wir?

Mit historischem Material bzw. historischer Recherche arbeiten die Teilnehmenden des Kurses von Sammy Baloji und Lotte Arndt Jagen & Sammeln, die sich in Salzburg auf die Spurensuche nach einer kolonialen Geschichte machen. Eli Cortiñas arbeitet in ihrem Kurs Kontext ist alles, Montage ebenfalls mit Found Footage, gefundenem Material, das bereits Spuren der Geschichte in sich trägt und Imran Qureshi lehrt Miniaturmalerei, eine jahrhundertealte Technik, zu deren Erlernen man u. a. alte Miniaturen kopieren muss, die somit extrem geschichtshaltig ist.

 

Wo stehen wir?

Svenja Deininger, Paulina Olowska und Tobias Pils stellen brennende Malereifragen ins Zentrum ihrer Kurse, Ciara Phillips und Ekaterina Shapiro-Obermair praktizieren vielfältige Drucktechniken, Ei Arakawa mit Sarah Chow, Michael Beutler und Yorgos Sapountzis bewegen sich im Raum der Installation, Skulptur und der Szenografie. Massinissa Selmani fragt nach der Aktualität der Zeichnung und Jakob Kolding befasst sich mit Collage. Cameron Jamie produziert mit den Teilnehmenden ihre eigenen Künstlerbücher und Karin Reichmuth wird erstmals im Steinbruch am Untersberg unterrichten.

Kuratorische Theorie und Praxis unterrichten im kommenden Sommer die Herausgeberin der Zeitschrift South as a State of Mind, Marina Fokidis und Nicolaus Schafhausen, bis Ende März Direktor der Kunsthalle Wien. Kimberly Bradley lehrt, wie man Bilder in Worte fassen kann.

 

Magie und Alchemie

Hat sich schon Caroline Achaintres Kurs im Sommer 2018 mit Animismus beschäftigt, so trifft im kommenden Sommer Magie auf Konzept. Im Kurs von Ei Arakawa mit Sarah Chow werden esoterische Wissenssysteme (z. B. Astrologie oder Tarot), übernatürliche Phänomene, vormoderne Rituale und Illusionismus untersucht, mit moderner westlicher Weltanschauung und Wissenschaft verknüpft und so Kritik am Zustand unserer heutigen Gesellschaft geübt. Paulina Olowska wiederum befasst sich mit alchimistischer Malerei, einer Malerei also, die verschiedene bekannte Elemente zusammenmischt, die dann etwas ganz Neues ergeben – vielleicht ja sogar Gold? Wir denken, dass in einer durchrationalisierten Welt der Kunst auch die Rolle zukommen kann, andere Wissenssysteme zu integrieren und weiterzudenken, so eben auch magisches Denken oder frühe Wissenschaften, wie die Alchemie eine war.

 

Wohin gehen wir?

Neben dem Kursprogramm, das mit Lehrenden aus der ganzen Welt das Projekt Globale Akademie vorantreibt, wird sich auch das Veranstaltungsprogramm 2019 diesem Themenschwerpunkt widmen. Dazu ist auch eine Publikation mit dem Arbeitstitel Navigating the Planetary für 2020 in Arbeit, ein Buch, das Hildegund Amanshauser und Kimberly Bradley herausgeben werden und das die beiden Konferenzen 2016 und 2018 weiter denkt.

 

Globale Akademie

Transkulturelles Lernen fand an der Sommerakademie schon immer statt, doch haben sich die Methoden und Inhalte der Sommerakademie seit ihrer Gründung 1953 durch den Maler Oskar Kokoschka sukzessive weiterentwickelt. Die Internationale Sommerakademie versteht sich als Globale Akademie, sie lädt Lehrende aus der ganzen Welt ein, in Salzburg zu unterrichten, auch die Studierenden kommen aus bis zu 50 Ländern.

Das Projekt Globale Akademie verfolgt das Ziel, die Internationale Sommerakademie als einen Hotspot für Globalkunst zu etablieren. Es greift virulente Fragen der globalen Kunst auf und verstärkt die Vernetzung mit anderen Institutionen weltweit mit besonderem Augenmerk auf dem globalen Süden.

Basierend auf der Tagung Globalkunst im Jahr 2011 hat sich dieses Projekt entwickelt. 2016 wurde es mit dem Symposium Globale Akademie? erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Globale Akademie?fokussierte auf die Frage, wie Kunst lernen und lehren in der globalisierten Welt.

2017 setzten wir das Projekt mit Vorträgen, die auf die Kunstszenen in verschiedene Ländern Asiens fokussierten, fort. 2018 ging es in der groß angelegten Tagung Globale Akademie II schließlich um Beispiele transkulturellen künstlerischen Austausches. Wie einander verstehen? Welche Modelle gibt es? Wie könnte die Zukunft aussehen? Und wo wollen wir hin?

 

Ausführliche Kursbeschreibungen sowie Biografien der lehrenden KünstlerInnen, KuratorInnen und Autorin hier: www.summeracademy.at/alle-kurse

 

Anmeldung, Stipendien, Fristen, Kosten
Die Kursgebühr liegt je nach Kursdauer zwischen € 450,- und € 1.200,-. Dafür werden ca. 80 Stipendien vergeben. Stipendienbewerbungen sind (ausschließlich digital)
bis zum 3. April 2019 einzureichen.
Info: www.summeracademy.at/studium/stipendien

 

Alle Anmeldungen bis 2. Mai 2019 werden gleich behandelt. Spätere Anmeldungen werden nach Maßgabe der Kapazität gerne akzeptiert und in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet.
Info: www.summeracademy.at/studium/anmeldung

 

Pressefotos zum Download: www.summeracademy.at/presse/presse

 

Weitere Informationen
Mag. Simone Rudolph
Kommunikation & Direktionsassistenz
presse@summeracademy.at, Tel.: +43 (0)662 842113