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Sammy Baloji / Lotte Arndt

Vokabulare für Gegengeschichten
3.–15. August 2020

Sammy Baloji, Fragments of Interlaced Dialogs
Sammy Baloji, Fragments of Interlaced Dialogs, Installationsansicht, Cultuurcentrum Strombeek, Grimbergen, 2017, Foto: der Künstler


Medien
Mixed Media, Kuratieren, Schreiben

Ort
Festung Hohensalzburg

Unterrichtssprache
Englisch (die Lehrenden sprechen auch Französisch, Swahili, Lingála, Deutsch und Spanisch)

Mitzubringen sind
Persönliche Arbeitsmaterialien. Alle künstlerischen Praktiken sind willkommen; bitte teilen Sie uns etwaige Sonderwünsche mit.

Voraussetzungen
Interesse an transdisziplinären Prozessen, gegenhegemonialen Narrativen und künstlerischer Recherche.

Maximale Anzahl von Teilnehmenden
20

Teilnahmegebühr
€ 720,– (€ 560,–)

In diesem Kurs fragen wir nach, wie in repressiven politischen Zeiten künstlerische Praxen Narrative entwickeln können, um monolithische Großerzählungen infrage zu stellen und ihren nationalistischen, kolonialen und geschlechtsspezifischen Charakter zu erschüttern. Wir interessieren uns für künstlerische Strategien, die an den Rändern der Archive ansetzen, mit wenig beachteten AkteurInnen arbeiten oder die Perspektive auf ein bekannt geglaubtes Ereignis verschieben.

Wir untersuchen die Möglichkeiten antihegemonialer Formen. Dabei geht es auch darum, geografisch voneinander entfernt liegende Orte und ihre oft unsichtbaren Interaktionen miteinander in Verbindung zu setzen. Kunstschaffende, AutorInnen und KuratorInnen sind eingeladen, gemeinsam Praxen zu erkunden, die alternative Szenarien eröffnen. Zu den möglichen Arbeitsformen gehören spekulative Gesten, counterfaktuelle Erzählungen oder Collage- und Montagetechniken. Die Grenzlage einer Stadt und die Eigenschaften eines Materials können ebenso untersucht werden, wie ein Bild, ein Archivdokument, ein mündliches Zeugnis, ein Denkmal oder eine Kunstsammlung.

Der zweiwöchige Kurs wird medienübergreifend als aktive künstlerische oder kuratorische Recherche der Teilnehmenden im Austausch mit den Lehrenden organisiert. Er beinhaltet kollektive (Diskussionen, Ausflüge, Lese- und Filmsequenzen, Gäste) und individuelle (Recherchen, Austausch mit den Lehrenden) Komponenten. Auf der Grundlage unserer Praxis als Künstler und Theoretikerin möchten wir die Teilnehmenden bei ihrer Recherche begleiten.
Sammy Baloji wurde 1978 geboren und ist in Lubumbashi (CD) aufgewachsen, einem Zentrum der Rohstoffgewinnung und ihrer kolonialen, postkolonialen und zeitgenössischen Verwicklungen. In seinen Fotografien und Installationen lässt er Realität und Repräsentation aufeinanderprallen, um gegenwärtige und vergangene Spannungen zum Vorschein zu bringen. Er durchforstet Archive, sucht in Architektur und Landschaft nach Spuren der Sozialgeschichte und klopft den Körper auf Erinnerungsspuren und Zeugnisse der Machtausübung ab. Er ist Mitbegründer der Picha Encounters, der Biennale in Lubumbashi.

Einzelausstellungen
2020 Smithsonian National Museum of African Art, Washington, D.C. Sammy Baloji, Lunds konsthall, Lund (SE). 2019 Congos, agments d’une histoire, Le Point du Jour/Centre d’Art Editeur, Cherbourg-en-Cotentin (FR). Extractive Landscapes, Stadgalerie Museumspavillon, Salzburg (AT). 2018 A blueprint for toads and snakes, Framer Framed, Amsterdam. 2016–2018 Sammy Baloji & Filip de Boeck – Urban Now: City Life in Congo, WIELS, Contemporary Art Center, Brüssel; Open Society Foundation, New York, NY (US); The Power Plant, Toronto (CA); Galerias Municipais/EGEAC, Lissabon. 2014 Hunting and Collecting: Sammy Baloji, Mu.Zee, Ostende (BE).

Gruppenausstellungen
2020 Belgian Art Prize 2020, BOZAR, Brüssel. Biennale of Sydney, Sydney (AU). 2019 FIKTION KONGO – Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart, Museum Rietberg, Zürich (CH). …And Other such Stories (mit Filip De Boeck), Chicago Architecture Biennial, Chicago, IL (US). Africa State of Mind, Museum of the African Diaspora, San Francisco, CA (US). Affective Utopia, DIST, Paris. 2018 Congo Stars, Kunsthaus Graz, Graz (AT). 2017 documenta 14, Athen & Kassel (DE). 2016 Why not ask again, 11. Shanghai Biennale, Shanghai (CN). 2015/16 La vie moderne, 13. Biennale de Lyon, Lyon (FR). 2015–17 Senses of time: video and film-based works of Africa, Smithsonian National Museum of African Art, Washington D.C.; LACMA, Los Angeles (CA). 2015 All the world’s futures, 56. Biennale di Venezia, Venedig (IT).

Die Autorin und Kuratorin Lotte Arndt (Paris) begleitet die Arbeiten von KünstlerInnen, die sich kritisch mit der postkolonialen Gegenwart und blinden Flecken der Moderne auseinandersetzen und organisiert Kulturveranstaltungen, Filmvorführungen und Diskussionen. Sie co-kuratierte Candice Lin: A Hard White Body (2017, mit Lucas Morin im Bétonsalon, Paris, und 2018 im Portikus, Frankfurt/Main (DE) mit Philippe Pirotte); Tampered Emotions. Lust for Dust, Triangle France ( Juni 2018); One Sentence Exhibition, Kadist (August 2018); sowie das Forschungsprogramm The Vacation of the Museum. Decolonize Ethnographic Collections with Cinema (2016– 2018). Ihre Dissertation untersucht postkoloniale Aushandlungsprozesse anhand von Pariser Kulturmagazinen mit Afrikabezug (2013). Sie ist Mitglied der französischen KünstlerInnen- und AutorInnengruppe Ruser l’image und der Forschungsgruppe Global Art Prospective (INHA Paris), und publiziert über künstlerische Strategien zur Aushebelung eurozentrischer Narrative und Institutionen.
Portraitfotos Sammy Baloji and Lotte Arndt
Portraitfoto Baloji: Dieter Tielemans
Portraitfoto Arndt: private