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ruangrupa / Ayşe Güleç

Harvest the Harvests
8.–15. August 2022

ruruhaus, documenta fifteen, Kassel
ruruhaus, documenta fifteen, Kassel, 2021. Foto: ruangrupa/Iswanto


Medium / Medien
Kunst / Community / Forschung / Kuratieren / Urbanismus

Ort
Kassel

Unterrichtssprache
Englisch

Voraussetzungen
Laptop/Tablet mit Kamera und Mikrofon, persönliche Arbeitsmaterialien, Bereitschaft sich in eine kollektive Plattform einzubringen, sich auszutauschen und Wissen zu teilen

Maximale Anzahl von Teilnehmenden
20

Teilnahmegebühr
€ 530,– (€ 410,–)

„Harvest (Ernte)“ ist die Bezeichnung für die Ergebnisse kollektiver Arbeit: gemeinsam denken, teilen, kreieren. ruangrupa führt harvest als Methode ein, um über Kunst als soziale Praxis und kommunales Gut nachzudenken. Kunst dient dem längerfristigen Wohl der Gemeinschaft durch gemeinsame Werte, kollektive Rituale und Organisationsprinzipien. 2021 startete der Kurs mit dem Prinzip ‚Lumbung‘, das als metaphorischer Raum für eine alternative Wirtschaft verstanden wird und auf Werten wie Kollektivität, Teilen, Vertrauen, Verspieltheit und lokaler Verankerung des Globalen basiert.

In diesem Kurs, nähern sich die Studierenden der Idee des harvest als eine Praxis des Reflektierens und Nachdenkens über die documenta fifteen an (die Ernte kollektiver Arbeit seit 2019). Die Klasse beginnt mit Selbstorganisation, Konversation und Versammeln, um gemeinsam in die mit den Kurator*innen in die documenta-Aktivitäten einzutauchen. Anhand von gemeinsamen Erfahrungen vor Ort reflektieren die Studierenden über den Stellenwert von Solidarität und Nachhaltigkeit von gemeinschaftsbasierter künstlerischer Arbeit und kuratorischen Kulturen. Vor diesem Hintergrund reflektieren sie ihre Vorstellungen für eine kollektive Organisation – oder deren Umsetzung –, ob als künstlerische Praxisoder als erweitertes Engagement in Kultur und Politik. Darüber hinaus lernen die Studierenden neue Wege des Ausstellungsmachens als eine Praxis der Großzügigkeit und der Empathie in Zeiten andauernder Konflikte.
ruangrupa ist ein in Jakarta ansässiges Kollektiv, das im Jahr 2000 gegründet wurde. Zuletzt wurde ruangrupa als künstlerische Leitung für die documenta fifteen in Kassel im Jahr 2022 ernannt. Das Ziel der Non-Profit-Organisation ist es, Kunst im urbanen und kulturellen Kontext zu fördern, in dem sie Kunstschaffende und Personen aus anderen Disziplinen wie Sozialwissenschaften, Politik, Technologie, Medien usw. einbezieht, um kritische Beobachtungen und Ansichten zu aktuellen Belangen der urbanen Räume Indonesiens zu geben. ruangrupa produziert auch kollaborative Arbeiten in Form von Kunstprojekten wie Ausstellungen, Festivals, Kunstlabors, Workshops sowie Forschung und publiziert in Büchern, Magazinen und Online-Journalen.

Aus den Erfahrungen mit der Gründung von Gudang Sarinah Ekosistem gemeinsam mit Serrum und Grafis Huru Hara hat ruangrupa 2018 den öffentlichen Lernraum GUDSKUL: contemporary art collective and ecosystem studies (zeitgenössisches Kunstkollektiv und Ökosystemstudien) mitinitiiert. Das Anliegen von GUDSKUL ist es, ein breiteres Verständnis von kollektiven Werten wie Gleichheit, Teilen, Solidarität, Freundschaft und Zusammengehörigkeit zu praktizieren.

Als Künstlerkollektiv hat ruangrupa an vielen Kooperations- und Austauschprojekten teilgenommen – unter anderem an großen Ausstellungen wie der Gwangju Biennale (2002 & 2018), der Istanbul Biennale (2005), der Asia Pacific Triennial of Contemporary Art (Brisbane, 2012), der Singapur Biennale (2011), der São Paulo Biennale (2014), der Aichi Triennale (Nagoya, 2016) und Cosmopolis im Centre Pompidou (Paris, 2017). Weiters kuratierte ruangrupa TRANSaction: Sonsbeek 2016 in Arnhem (NL).

Ayşe Güleç wurde 1964 in Ankara geboren. Als Kind zog sie mit ihren Eltern im Zuge der Anwerbung von Gastarbeiter*innen nach Deutschland. 1986 nahm sie in Kassel, wo sie auch heute noch lebt, ihr Studium auf. Ayşe Güleç ist Pädagogin und forschende Aktivistin an den Schnittstellen von Kunst, Kunstvermittlung, Antirassismus, Migration sowie gemeinschaftlich basierter Bildung und Entwicklung.

Von 1998 bis 2016 hat Ayse Güleç im soziokulturellen Kulturzentrum Schlachthof gearbeitet, wo sie für den Bereich Migration und lokale, regionale und europäische kulturelle Vernetzung zuständig war. 2007 hat sie den Beirat der documenta 12 entwickelt und wurde in der Folge auch Sprecherin der Gruppe. 2012 bildete sie als Mitglied der dOCUMENTA (13) Maybe Education Group Kunstvermittler*innen für die Ausstellung aus. Von 2016 bis 2017 war sie Leiterin des Bereichs Community Liaison der documenta 14, stellte Verbindungen zwischen Künstler*innen und gesellschaftspolitischen Kontexten her und koordinierte The Society of Friends of Halit als Teil von Parliament of Bodies für die Ausstellung und das öffentliche Programm. Von 2018 bis 2019 hat Ayşe Güleç im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main den Bereich Kunstvermittlung geleitet.

Güleç ist Mitglied der in Kassel ansässigen Initiative 6. April und in verschiedenen antirassistischen Bewegungen aktiv.