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RUTH NOACK

Mit Kunstwerken denken
30. Juli–08. August 2018

Foto: Ruth Noack


Medium
Ausstellung

Ort
Festung Hohensalzburg

Sprachen
Englisch (vorwiegend) und Deutsch

Mitzubringen ist
Ein wacher Geist

Voraussetzungen
Keine, kuratorische Praxis ist aber hilfreich

Maximale Anzahl der Teilnehmenden
16

Co-Lehrende
Grace Samboh

Teilnahmegebühr
€ 600,– (€ 470,–)

Die globalisierte Kunstwelt von heute hat alle harten Fragen durch smarte kuratorische Praktiken ersetzt, die vorgeben, sich mit der Komplexität der Machtverhältnisse auseinanderzusetzen, während sie Waren von einem Erdteil auf den anderen verschieben. Es ist Zeit, die Frage zu stellen, was sich diesem transnationalen Handel mit Objekten, Menschen und Netzwerken widersetzen könnte. Der Workshop widmet sich dem Widerstandspotenzial der Form . Dieses ist nicht mit dem Widerstand selbst gleichzusetzen. Eine Form kann auch nur vorläufig unübertragbar sein. Es hängt viel vom Kontext ab, in dem eine Form übertragen oder nicht übertragen werden soll – und den Mitteln, mit denen dies geschehen soll. Ist Unübertragbarkeit also aktiv anzustreben, mit Handlungsmacht auszustatten und in unsere Fantasien zu integrieren, wenn sie widerständig werden soll? Oder ist sie eines jener Phänomene, deren Widerstand sich darin zeigt, dass sie den Anti-Essenzialismus in Bedrängnis bringen und sich damit letztlich einem Begriff vom menschlichen Subjekt widersetzen, das Herr der Lage ist?

Ausgehend von diesen Fragen werden wir im Team oder auch einzeln Ausstellungskonzepte entwickeln, wobei wir alle Schritte von der Diskussion über Recherche und Konzeption bis hin zur Umsetzung durchspielen werden. Ziel des Workshops ist nicht unbedingt, tatsächliche Ausstellungen zu realisieren, sondern im Prozess des Machens zu erfahren, wie sich die kuratorische Auseinandersetzung mit Kunstwerken als Durchdenken eines Problems betreiben lässt.
Ruth Noack, geboren 1964 in Heidelberg (DE), studierte Künstlerin und Kunsthistorikerin, ist seit den 1990er-Jahren als Autorin, Kunstkritikerin und Ausstellungsmacherin tätig und war Kuratorin der documenta 12 (2007). Als Leiterin des Curating Contemporary Art Program, Royal College of Art, London (2012/13) hatte sie auch die Leitung des EU-Forschungsprojekts MeLa – European Museums in an age of migrations inne. 2013/14 war Noack Šaloun-Professorin an der Akademie für Bildende Kunst in Prag und 2014 leitete sie den International Curator Course der Gwangju Biennale. Seit 2015 ist sie für einen der Stränge der Roaming Academy des Dutch Art Institute zuständig.

Ausstellungen
2018 Sleeping with a Vengeance − Dreaming of a Life. DAI, Athen. 2015 Notes on Crisis, Currency and Consumption, curated by_Vienna 2015, Galerie Raum mit Licht, Wien. 2012 Not Dressed for Conquering – Ines Doujak’s Loomshuttles/Warpaths, Royal College of Art, London. 2007 documenta 12, Kassel (DE) (mit Roger M. Buergel kuratiert). 2003–05 Die Regierung, Kunstraum der Universität Lüneburg, MACBA-Museu d’Art Contemporani de Barcelona (ES), Witte de With, Rotterdam (NL), MAC, Miami, FL (US), Secession, Wien (mit Roger M. Buergel kuratiert). 2000 Things We Don’t Understand, Generali Foundation, Wien (mit Roger M. Buergel kuratiert). 1995 Scenes of a Theory, Depot, Wien (mit Roger M. Buergel kuratiert).

Publikationen
Ruth Noack: Sanja Ivekovic: Triangle, One Work Series, Afterall Books, London 2013.
Ruth Noack (Hg.): Agency, Ambivalence, Analysis. Approaching the Museum with Migration in Mind, Politecnico di Milano, Mailand 2013.