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Kursprogramm 2017


Warum Kunst produzieren?

Das Motto 2017 ist die ganz allgemeine und fundamentale Frage: Warum Kunst produzieren? Es ist dies eine Frage, welche die Internationale Sommerakademie als Institution zentral betrifft, die aber auch jede/r Kunstschaffende individuell für sich beantworten muss. Was bedeutet es, heute Kunst zu produzieren,
 wie verhält sich Kunst zur gesellschaftspolitischen Situation? Und warum immer noch und immer wieder Kunst lernen und lehren? Warum braucht es eine Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst, in der alle studieren können, Kunststudierende, Kunstschaffende, AutorInnen und KuratorInnen aber auch Kunstbegeisterte, die sich alle gleichermaßen intensiv mit bestimmten Fragen ihrer eigenen Kunstproduktion beschäftigen wollen?

Kunst ist immer Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben, Kunst ist aber auch 
für viele ein Rückzugsort, Kunst ermöglicht Immersion, also das Verschmelzen mit ihr oder mit bestimmten Situationen, Kunst schärft unsere Wahrnehmung, Kunst ist ein (politisches) Ausdrucksmittel und vieles mehr. In einer Zeit, in der häufig von „Krise“ (Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Klimakrise, Krise Europas, der Demokratie, der Politik ...) gesprochen wird, von „Müdigkeitsgesellschaft“ (Byung-Chul Han), von zunehmender „Überforderung“ oder auch „Entfremdung“ vieler Menschen, gibt es eine Sehnsucht nach dem „Authentischen“. Konzentrierte Situationen, die man selbst nicht nur überblickt, sondern auch beeinflussen kann, sind von Zeit zu Zeit nötig, um sich neue Handlungsoptionen und Perspektiven erschließen zu können.

Die Sommerakademie ist so ein Ort, an dem sich Lehrende und Studierende mit klar über- schaubaren Themenstellungen befassen, wo
 die Kreativität aller Teilnehmenden wichtig ist, wo die Beschäftigung mit Kunstproduktion, -theorie und -vermittlung im Vordergrund steht. In einem Zeitraum von sechs Wochen arbeiten ca. 300 Studierende aus mehr als 50 Ländern
ein bis vier Wochen lang meist auf der Festung Hohensalzburg. Die Lehrenden kommen in der Regel zwei Jahre hintereinander, sie sind keine HochschulprofessorInnen an Kunstakademien in Europa und sie sind alle im globalen Kunstfeld erfolgreich. Die Leitung der Workshops ist Teil ihrer künstlerischen oder kuratorischen Arbeit (bzw. Arbeit als AutorInnen). Die Sommerakademie hat kein Curriculum, ist nicht- akademisch; alle, die hier studieren und lehren, sind mit vollem Eifer dabei. Intensität und Vielfalt kennzeichnen daher unser Programm.