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Kursprogramm 2016

Im November 2015, als dieses Kursprogramm fertig gestellt wurde, sah sich Europa mit einer hohen Anzahl flüchtender Menschen konfrontiert, die die EU-Politik vor große Herausforderungen stellte.
Was hat das mit unserem Kursprogramm, mit dem Feld der Bildenden Kunst zu tun?
KünstlerInnen leben in einer globalen (Kunst-)Welt, viele haben internationale Biografien und sind beruflich global unterwegs. In Städte wie Berlin, wo KünstlerInnen aus der ganzen Welt wohnen, wird Migration (der KünstlerInnen) nicht als „Bedrohung“, sondern als Standortvorteil verstanden, auch wenn viele der in der Kunstwelt Tätigen nach einigen Jahren in Berlin noch immer nicht Deutsch sprechen. Man kann zahlreiche Argumente finden, warum die Kunstwelt mit anderen Welten nicht vergleichbar ist. Insbesondere macht es einen großen Unterschied, ob man aus einem Kriegsgebiet flüchten muss oder aus freien Stücken den Lebensmittelpunkt wechselt. Stellt man sich jedoch die Frage – und das ist eine zentrale Frage an die europäische Politik heute – wie Menschen verschiedener Herkunft zusammen leben und arbeiten können, dann denke ich, ist die Kunstwelt ein gutes Beispiel dafür, wie ein produktives Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen regionalen und kulturellen Zusammenhängen möglich ist.

Implizit ist die Thematik eines transkulturellen Austauschs auch dem Kursprogramm 2016, weil Lehrende mit Studierenden aus mehr als fünfzig Ländern zusammenarbeiten werden. Dabei wird es immer auch um die Frage gehen, wie Kunst in einer globalen Welt definiert und verhandelt werden kann und wie die unterschiedlichen historischen, ökonomischen, gesellschaftlichen, kulturellen, ethnischen und sprachlichen Hintergründe produktiv gemacht werden können. Die Lehrenden sind alle im globalen Kunstbetrieb als KünstlerInnen, KritikerInnen oder KuratorInnen erfolgreich und bringen so ihre Erfahrungen, die sie in Ägypten, Argentinien, Brasilien, Frankreich, Ghana, Griechenland, Grossbritannien, Marokko, Pakistan, Palästina, Polen, Russland, Spanien, den USA und natürlich auch in Österreich und Deutschland gemacht haben, in ihre Lehre ein.