Künstlerische Techniken heißt der Schwerpunkt des diesjährigen Veranstaltungsprogramms der Sommerakademie. Beschreibt man die Moderne als einen Paradigmenwechsel, der die Kunst wegführt von der handwerklichen Kunstfertigkeit hin zu konzeptuellen Entwicklungen, dann wundert es nicht, dass künstlerische Techniken in der Kunstausbildung der letzten Jahrzehnte immer mehr zurückgedrängt wurden. De-Skilling- und Re-Skilling-Debatten der vergangenen Jahre waren die Folge - also Debatten über die Frage, welche Qualifikationen und handwerklichen und/oder technischen Kenntnisse und Fertigkeiten für die gegenwärtige künstlerische Produktion erforderlich und wünschenswert sind. Diese Podiumsdiskussion mit vier Lehrenden der Sommerakademie fragt: Welche künstlerischen Techniken sind heute relevant, gibt es eine Notwendigkeit, bestimmte historisch entwickelte Verfahren zu bewahren, ist die Kenntnis künstlerischer Techniken notwendig, um die Darstellungsmöglichkeiten zu erweitern? Welche technischen Kenntnisse sind für die Produktion von Kunstwerken in Medien wie Video, Installation, Performance etc. erforderlich? Ist das überhaupt eine relevante Debatte?
Rebecca Morris: "Was mich an der abstrakten Malerei fasziniert, ist die Erschaffung offener Strukturen und Formen, die in der Lage sind, mit der Welt zu kommunizieren. Auch wenn meine Gemälde nicht im eigentlichen Sinn minimalistisch sind, so strebe ich damit doch eine Art von Einzigartigkeit und Direktheit an. Sie sollen auffallend und kraftvoll sein, den/die BetrachterIn zum Verweilen veranlassen und in ihrem architektonischen Umfeld eine gewisse Präsenz entfalten. Ich möchte Arbeiten schaffen, die von Mal zu Mal anders sind und voller formaler Widersprüche stecken, um eine starke, lebendige Erfahrung zu vermitteln. Um dies zu erreichen, muss ich experimentieren und ständig nach Veränderung streben."
Rebecca Morris, geboren in Honolulu, Hawaii, lebt und arbeitet in Los Angeles. Sie studierte am Smith College (BA 1991), an der School of the Art Institute of Chicago (MFA 1994) und an der Skowhegan School of Painting and Sculpture (1994). Sie war Fellow der John Simon Guggenheim Memorial Foundation (2008) und erhielt Stipendien und Preise von der Durfee Foundation (2005), der Tiffany Foundation (1999), Art Matters (1996) und dem Illinois Arts Council (1996).
Einzelausstellungen
2009 Galerie Barbara Weiss, Berlin. Sara Cain & Rebecca Morris, Fellows of Contemporary Art, Los Angeles. 2007 Los Angeles, Karyn Lovegrove Gallery, Los Angeles. 2006 Straight to Hell, Samson Projects, Boston. For Abstractionists and Friends of The Non-Objective, Galerie Barbara Weiss, Berlin. Rebecca Morris. Paintings and Works on Paper, Einzelausstellung am Stand der Galerie Barbara Weiss bei der Armory Show, New York; Samson Projects, Boston.
Gruppenausstellungen
2009 Society for Contemporary Art, Art Institute of Chicago. The Ballad that Becomes an Anthem, ACME, Los Angeles. Triumphs Big and Small, Beautiful and Sad: Abstractionists Who Give You Just Enough To Last a Lifetime, The Glendale College Art Gallery, Glendale, California. BOOFTHLE Booth-Booth: Deux The Hollywood Biennale, Pauline, Hollywood. 2008 The Mystery of the Invisible Clock, Hudsen Salon, Los Angeles. Disarming Matter, Larissa Goldston Gallery, New York. Color Climax, James Graham & Sons, New York.
Publikationen
Rebecca Morris: Paintings 1996 - 2005, The Renaissance Society at The University of Chicago, Chicago 2006.Destiny Deacon ist als Angehörige der K'ua K'ua und Erub/Mer 1957 in Mayborough, Queensland geboren. Sie lebt in Melbourne. Sie studierte Politologie an der Universität Melbourne (BA, 1979) und Pädagogik an der La Trobe Universität (Diplom 1981).
Einzelausstellungen
in Australien, Neuseeland, Noumea, England, Italien, Österreich und Japan; ihre Überblicksausstellung Walk & Don't Look Blak von 2004 wurde in Australien und international viel gezeigt.
Gruppenausstellungen
Sie war seit 1990 weltweit in über 100 Ausstellungen vertreten, u.a. in der Biennale von Sydney 2000 & 2008. 2007 Culture Warriors: National Indigenous Art Triennial, National Gallery of Australia. 2002 Documenta 11, Kassel. 2001 Yokohama Triennale. 1996 2nd Asia-Pacific Triennale Queensland Art Gallery.
Publikationen
Twelve Australian Photo Artists, Blair French and Daniel Palmer, Piper Press, Sydney 2009.
Current, Contemporary Art from Australia & New Zealand, hg. v. Art & Australia, Dott Publishing, Sydney 2008.
Half Light - Portraits from Black Australia, (Ausst. Kat.), hg. v. Hetti Perkins & Jonathon Jones, Art Gallery of New South Wales, Sydney 2008.
Culture Warriors - The National Indigenous Art Triennial '07, (Ausst. Kat.), hg. v. Brenda L. Croft et. al., National Gallery of Australia, Canberra 2007.
Destiny Deacon - Walk & Don't Look Blak, (Ausst. Kat. Engl. & Franz.). Museum of Contemporary Art, Sydney 2004.Virginia Fraser absolvierte zunächst eine Ausbildung als Journalistin und ist nun seit fast dreißig Jahren als Künstlerin tätig, wobei sie sich vorwiegend mit lichtbasierten Medien beschäftigt. Sie arbeitet, individuell oder im Kollektiv, insbesondere in den Bereichen Video und Installation und ist auch als Autorin und Kuratorin bekannt.
Dan Perjovschi, geboren 1961 in Sibiu, Rumänien, lebt und arbeitet in Bukarest.
Einzelausstellungen
2007 What Happen to Us?, MoMA, New York. States of Mind, Nasher Museum of Art, Duke University. 2006 The Room Drawing, Tate Modern, London. On the Other Hand, Portikus, Frankfurt. 2005 Naked Drawings, Ludwig Museum, Köln.
Gruppenausstellungen
2009 Lyon Biennale. 2007 Sydney Biennale. Fifth Floor, Tate Liverpool. 2005 52. Biennale von Venedig. New Europe, Generali Foundation, Wien. 9. Biennale von Istanbul.
Perjovschi erhielt 2004 den George Maciunas Preis.
Publikationen
Dan and Lia Perjovschi. States of Mind, Duke University Press, Durham, NC 2007.
Dan Perjovschi. On the other Hand, Portikus, Frankfurt 2007.
