Seit 2009 gibt es einen jährlich wechselnden künstlerischen Beirat, der internationale AkteurInnen aus unterschiedlichen Feldern des Kunstbetriebs vereinigt. Der Beirat besucht die Sommerakademie und diskutiert öffentlich die Zukunft dieser fast 60jährigen Institution. Waren es 2009 Monica Bonvicini, Kasper König und Andreas Siekmann, so besteht der Beirat 2010 aus Yilmaz Dziewior, dem neuen Leiter des Kunsthauses Bregenz, Maria Lind, der Direktorin des Center for Curatorial Studies des Bard College N. Y., und Ines Doujak, Künstlerin und Lehrende an der Sommerakademie. Der Beirat fragt danach, wie die Sommerakademie funktioniert, was das Besondere dieser Institution ist und wohin die Reise gehen könnte. Wäre es sinnvoll, das Angebot zu erweitern und neben den praktischen Kursen auch solche mit KuratorInnen und KunstkritikerInnen anzubieten?
In ihren Fotografien, Objekten, Installationen und Performances untersucht Ines Doujak Konstruktion und Rollen von Stereotypen in Bezug auf Geschlechterrollen und Rassismus. 2005 setzte sie sich im Salzburger Kunstverein in ihrer Einzelausstellung Dirty Old Women, Teil eines länger dauernden Projekts von Workshops, Performances und Ausstellungen, mit Bedeutung, Repräsentation und Erfahrungen alter Frauen in unserer Gesellschaft auseinander. Auf der Documenta 2007 war ihre Arbeit Siegesgärten zu sehen, ein riesiges Beet auf Holzstützen, in dem Samensäckchen zum Thema Biopiraterie steckten.
Gruppenausstellungen
2009 Sozialer Raum, Temporary Space, Wien. Boondocks, Kunsthalle Faust, Hannover. No Sound Of Music, Salzburger Kunstverein, Salzburg. Niet Normaal, Beurs van Berlage, Amsterdam. A Ladies Almanack, Tranzit CZ, Prag. Galerie Konzett, Wien. Freaky, Ballhaus Naunynstraße, Berlin. 2008 Recollecting, Museum für Angewandte Kunst, Wien. Biennale Guymri, Armenien. ACTION FIELD KODRA, F.A.R., Thessaloniki. Peripheral vision and collective body, MUSEION, Bozen. K08, Künstlerhaus Klagenfurt. Natural Relations (Naravni odnosi), City of Women, Galerija Skuc, Ljubljana. Ines Doujak und Martin Walde, Zacherlfabrik, Wien. Bildpolitiken, Salzburger Kunstverein, Salzburg. Kunst im Garten, Tulln, Niederösterreich. MATRIX. Geschlechter/Verhältnisse/Revisionen, Museum auf Abruf, Wien. Lange nicht gesehen, MUSA Wien. 2007 Die Kunst des Alterns, Stadtgalerie Schwaz. SOUFFLÉ, Kunstraum Innsbruck. Documenta 12, Kassel. Normal Love, Künstlerhaus Bethanien, Berlin.
Publikation
Ines Doujak. Siegesgärten/Victory Gardens, Schlebrügge.Editor, Wien 2008.
Yilmaz Dziewior, geboren in Bonn, ist Kunsthistoriker, Autor und Kurator. Seine Texte erscheinen regelmäßig in Artforum, Camera Austria und Texte zur Kunst. 2001-2008 war er Direktor des Kunstvereins Hamburg. Parallel unterrichtete er 2003-2009 als Professor der Kunsttheorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seit Oktober 2009 ist er Direktor des Kunsthauses Bregenz.
Maria Lind (1966), geboren in Stockholm, war 1998 Ko-Kuratorin der Manifesta 2. 1997-2001 war sie Kuratorin am Moderna Museet in Stockholm und arbeitete hier mit KünstlerInnen wie Koo Jeong-a, Simon Starling, Jason Dodge, Esra Ersen, u. a. kuratierte sie die Ausstellung What if: Art on the Verge of Architecture and Design. 2002-2004 war sie Direktorin des Kunstvereins München und betreute gemeinsam mit einem kuratorischen Team das Programm, welches KünstlerInnen wie Deimantas Narkevicius, Oda Projesi, Annika Eriksson, Bojan Sarcevic, Philippe Parreno und Marion von Osten involvierte. 2005-2007 war Maria Lind künstlerische Leiterin des IASPIS in Stockholm. Seit Januar 2008 ist sie Direktorin des Graduiertenprogramms des Center for Curatorial Studies am Bard College. Maria Lind ist Autorin zahlreicher Beiträge für Zeitschriften und Ausstellungskataloge sowie andere Publikationen. Sie ist Mitherausgeberin der vor Kurzem erschienenen Bücher Curating with Light Luggage und Collected Newsletter, Revolver Archiv für aktuelle Kunst; Taking the Matter into Common Hands: Collaborative Practices in Contemporary Art, Blackdog Publishing, sowie des Reports European Cultural Policies 2015,Iaspis und eipcp und The Greenroom: Reconsidering the Documentary and Contemporary Art, Sternberg Press. 2009 erhielt Sie den Walter Hopps Award for Curatorial Achievement.
Hildegund Amanshauser ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin. Seit 2009 ist sie Direktorin der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. 2004-2009 hatte sie die Professur für Kunstwissenschaft/Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Münster inne. 1992-2004 leitete sie den Salzburger Kunstverein und war 1992 Österreichische Kommissärin für die Biennale Sao Paulo. 1987-1992 war sie Generalsekretärin der Wiener Secession. 1985-1987 arbeitete sie als Kuratorin für Fotografie und Arbeiten auf Papier im Museum Moderner Kunst Wien.
